Selbst gemischte Zitruserde

Die gute Erde für den Topf

Von links nach rechts: Bimskies, Bimssand und Vermiculit.

Von links nach rechts: Lavasplitt, Perlit und Quarzsand.

Ich halte die meisten so genannten Zitruserden, die überteuert in kleinen Portionen verkauft werden, für wenig geeignet, ein gesundes Wurzelwachstum zu gewährleisten. Ich mische meine Substrate daher seit vielen Jahren selbst. Das war nicht von Beginn an erfolgreich, aber inzwischen passt die Mischung. Wichtig ist der hohe mineralische Anteil: Zwei Drittel des Volumens macht ein Mix aus Bimskies, Perlit, Quarzsand, rotem Lavasplitt, Vermiculit und Lehmgranulat aus.

Von links nach rechts: gesiebte Pinienrinde 4-8 mm, organischer Dünger, gesiebter Kompost

Kokosfaser

Ein Drittel besteht aus gut gereiftem Kompost, fein gekörnter Pinienrinde und alten, gut abgelagerten, trockenen Pferdeäpfeln, die Pflanzenfasern liefern. Früher habe ich auch grobe Kokosfasern verwendet, die bekomme ich aber nicht mehr. Ich musste auf Holozfasern ausweichen. Alles wird gut gemischt und mit einer Grunddüngung aus Hornspänen, oder organischem Dünger angereichert. Der Vorteil dieses Rezepts ist, dass es Feuchtigkeit gut speichern kann und zugleich strukturstabil und luftig ist. Kompost, Pferdeäpfel und organischer Dünger bringen neben Nährstoffen auch Mikroorganismen ins Substrat. Zum Kompost noch eine Anmerkung: Ich siebe sehr gut abgelagerten Kompost und mische mit elementarem (so genanntem „technischen“) Schwefel im Verhältnis 7g Schwefel auf 1 Liter Kompost. Das Gemisch -ich stelle 40 -50 Liter her- lagere ich in einem Sack für 3 bis 4 Monate. Nach dieser Zeit, in der Mikroorganismen den Schwefel in Schwefelsäure verwandelt haben, hat der Kompost einen PH-Wert von ca 2,5. Man sollte genau messen, und dann mit ungesäuertem Kompost, der normalerweise einen PH-Wert weit über 7 hat, eine Mischung im PH-Bereich von 5,5 herstellen. Diesem Kompost-Blend füge ich dann noch feinen Quarzsand hinzu.

So sieht das fertige Substrat aus

Warum und womit ich Töpfe mulche

Dass man im Garten Erde nicht nackt liegen lassen sollte, hat sich schon weithin herumgesprochen, aber die Oberfläche von Töpfen und Kübeln zu bedecken ist noch weniger selbstverständlich. Doch, wer wie ich versucht, mit organischer Düngung auszukommen, muss an das Wohlergehen des Microbioms im Pflanzgefäß denken und dem nützt eine Mulchdecke sehr. Das Substrat soll nicht komplett austrocknen und das aufgelegte organische Material kann Bakterien und die Mykorrhiza ernähren. Das System bleibt lebendig und funktionsfähig. Ich verwende als Auflage im Topf getrockneten Teetrester (aus biologischem Anbau) und gerne auch alte, zerbröselte Pferdeäpfel, so wie ich sie auch dem Substrat selbst beimenge. Tee liefert ein bisschen Stickstoff und Gerbsäure, unterstützt also das saure Milieu im Topf. Wenn man mit hartem Wasser gießt, ist das ideal. Material soll so dünn aufgebracht werden, dass es nicht schimmelt und immer wieder trocknen kann.

Teetrester, der vom täglichen Frühstück übrig bleibt und wieder getrocknet wird.