Kumquat

Die Hongkong Kumquat (Fortunella hindsii)

wird bereits in der ältesten bekannten Monografie der Zitruspflanzen erwähnt. Das Werk Ju Lu des Gelehrten und Botanikers Han Yanzhi entstand unter der südlichen Song-Dynastie (1126–1279) und wurde 1178 veröffentlicht. Die Art wurde als Shan Jin Gan bezeichnet.

Die Art kommt in den südlichen Provinzen Chinas,Hongkong, Guangdong, Guangxi, Fujian und Jiangxi, auch heute noch wild vor. Gepflegt wird sie überwiegend als Zierpflanze, so werden mit der Hongkong-Kumquat gerne Bonsai gestaltet, da ihre Früchte meist nicht über 10mm groß werden.

kumquat bonsai

Als erster westlicher Botaniker beschrieb der britische Botaniker John George Champion (1815–1854) die Hongkong-Kumquat im Jahr 1851. Er bezeichnete die Pflanze als Sclerostylis hindsii zu Ehren seines Landsmanns Richard Brinsley Hinds (1811–1846), der die Pflanze in Hongkong gesammelt hatte. Zehn Jahre später stellte sie Daniel Oliver zur Gattung Atalantia, bevor der amerikanische Botaniker Walter Tennyson Swingle für die Kumquats eine neue, eigene Gattung Fortunella erfand. Seit 1915 heißt der Hongkong-Kumquat Fortunella hindsii.

Mit der Gattungsbezeichnung Fortunella ehrte Swingle übrigens den schottischen Gärtner und Forschungsreisenden Robert Fortune (1805 – 1880).

Die Gattung Fortunella erleidet im 20ten Jahrhundert das Schicksal der meisten von Swingle definierten Gattungen: Genanalysen legen nahe, dass auch im Fall der Kumquat keine eigene Gattung zu rechtfertigen sei und aus Fortunella wird Citrus. Dabei bleibe ich auch.

Die Ovale Kumquat (Citrus margarita)

Wird den meisten aus dem Obstregal im Supermarkt, oder vom Urlaub auf der Insel Kreta bekannt sein. Dort wurde der Kumquat-Anbau stark forciert und die Frücht werden auch vor Ort zu Marmeladen, Likör und anderem verarbeitet.

Mein äußerst blühfaules Bäumchen habe ich aus einem Kern gezogen und als grade einmal 2mm starkes Reis auf eine ebenso schwache Poncirus-Unterlage veredelt. Das war 1998. Nach etwa 20 Jahren hat mein selbst gezogener Oval Kumquat zum ersten Mal geblüht (sag niemals: nie), aber oft hab ich weitere Blüten nicht gesehen. Poncirus ist eine sehr gute Unterlage für Kumquat, auch wenn mein Bäumchen nach fast dreißig Jahren eine ausgeprägte Schulter an der Veredelunsstelle entwickelt hat.

Orangequat „Centennial“ (Citrus sinensis × Citrus margarita)

Diese sehr attraktive Kreuzung habe ich nie anders als in dieser buntlaubigen Form gesehen. Sie stammt aus den USA und soll dort 1986 eingeführt worden sein. Die Früchte sind deutlich größer als bei der Kumquat und folgerichtig auh viel saftiger. Obwohl man überall lesen kann, dass das Fruchtfleisch sauer sei, schmeckt meine bei Vollreife süß, saftig und sehr aromatisch. Besser als jede reine Kumquat.