Bitterorange (Citrus × aurantium)





Pomeranzen als Sammelobjekte
Im 17. und 18. Jahrhundert hat jeder, der über die nötigen Mittel verfügte, sein eigenes Pomeanzenhaus errichten lassen. Um Vitamin C ging es dabei nicht, sondern um Prestige. Über eine Sammlung außergewöhnlicher Pomeranzenbäume verfügen zu können steigerte das Ansehen und machte hohe Gäste staunen. Die „Deutsche Landsknechthose“ ist eine spektakuläre alte Sorte. Eine Chimäre, die durch Pfropfen entstanden sein dürfte. Andere Sammlersorten der Pomeranze entzücken mit gefurchten oder gehörnten Früchten.
Bizarria


Chinotto (Citrus × myrtifolia)


entstand mutmaßlich durch die spontane Knospenmutation (Sport) an einer Pomeranze. Für mich ist sie die schönste Zitruspflanze mit ihrem dichten Blattwerk, dem reichen Flor und Fruchtschmuck. Hier die panaschierte Form, die bereits in Johann Christoph Volkamers „Nürnbergische Hesperides“ 1708 beschrieben wurde. Unter dem Namen „Pomin di Dama“.
Süße Pomeranze

Pomeranzen werden meist als sauer beschrieben, aber es gibt auch süße Varianten. Ich habe so ein Exemplar aus der Schönbrunner Sammlung bekommen. Sie war Heimo Karner als vermeintliche Bizarria übergeben worden. Vollreif schmecken die Früchte wie sehr aromatische süße Orangen mit einer erfrischenden Bitternote.