Zitrus in Japan

Japan ist wohl eines der Länder, in denen Zitrusfrüchte neben der kommerziellen auch eine herausragende kulturelle Bedeutung haben. So begegnen einem auf dem Gebiet der Kulinarik eine Vielzahl an Sorten, die als Obst genossen werden, Speisen eine einzigartige Note geben oder sogar als Badezusatz für Wohlbefinden sorgen. Nippon ist ein Paradies für den Zitrusliebhaber, und sich vor Ort einen Überblick verschaffen zu wollen, wird zur kaum bewältigbaren Herausforderung, wenn man nicht japanisch (lesen) kann. Diese wird übrigens mit den modernen Hilfsmitteln nur scheinbar kleiner, denn die meisten Übersetzungsapps sind mit Sortennamen noch ein bisschen überfordert.

Ich konnte einige Sorten, die in Europa kaum erhältlich sind, kosten und war jedenfalls von der Größe des Angebots in Supermärkten beeindruckt, aber mehr noch von der Vielfalt bei kleinen Verkaufsständen, die man auch in Bahnhöfen finden kann, überrascht.

Mein persönliches Highlight unserer Japan-Rundfahrt war ein Besuch in der Präfektur Kōchi auf der Insel Shikoku. In Kōchi liegt das Hauptanbaugebiet für Yuzu, meine Lieblings-Zitrusfrucht. Es war mein Plan, einen Yuzu-Bauern zu treffen und zu sehen, wie die Bäume kultiviert werden. Die Realisierung bin ich nach dem Motto angegangen: „we will cross the bridge when wie come to it“.

Wer über Yuzu-Anbau in Japan recherchiert, wird schnell beim Dörfchen Umaji landen. Es liegt östlich der Provinzhauptstadt Kōchi im Bezirk Aki und steht im Zentrum der Bemühungen, die regionale Produktion von Yuzu-Erzeugnissen wieder zu beleben und touristisch zu vermarkten.